Rund 4.500 Gäste verfolgten den feierlichen Moment, bei dem Landeshauptmann Anton Mattle das stärkste Festbier Österreichs, den Gauder Bock, anschlug. „Das Gauder Fest steht seit Jahrhunderten für Zusammenhalt, gelebtes Brauchtum und Freude an unserer Kultur. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen Jahr für Jahr ins Zillertal kommen, um diese Tradition mitzuerleben und weiterzutragen“, so LH Mattle.
Den Höhepunkt des Abends bildete die Gambrinus Rede: In seinem heiter-satirischen Jahresrückblick nahm „Luis aus Südtirol" (Manfred Zöschg) das gesellschaftliche und politische Geschehen des vergangenen Jahres gewohnt pointiert aufs Korn und meinte augenzwinkernd, im letzten Jahr sei politisch „allerhand nix passiert“. Zudem verteilte er wie gewohnt wortwitzige Spitzen in alle politischen Richtungen: „Was haben ein Föhn und die FPÖ gemeinsam? Sie produzieren heiße Luft.“ Mit einem Espresso statt Bier in der Hand spielte er auf die Tirol Werbung und das Verhältnis zwischen Tirol und Südtirol an.
Auch Landeshauptmann Anton Mattle bekam sein Fett weg: Der Espresso passe auch zur ÖVP, „schwarz und hat wenig Inhalt.“ Zur Verkehrslage im Tal meinte er trocken: „Straßen verstopft, der Fortschritt steht, und keiner weiß mehr, wie’s weitergeht.“ Am Ende stellte Luis fest, dass überall viel geredet werde, aber wenig weitergehe – und dass man sich zumindest beim Gauder Bock einig sei. Auch heuer beendete der Kabarettist den Abend mit einer eigenen Darbietung von „Dem Land die Treue“, in der es unter anderem hieß: „Der Gauder Bock, der fließet heut in Strömen, bereitet Freud und auch Glückseligkeit.“
Am Festplatz sorgten ab dem frühen Nachmittag die Lumpenmander, Staner Blech, Original Inntaler Musikanten und Brennholz für musikalische Unterhaltung. Für Nachtschwärmer ging es im Gauder Partyzelt mit DJ In‑Style weiter – bei bester Stimmung und vollen Tanzflächen.